Standortbestimmung

S = Statusinformationen

Das internationale Unterhaltsrecht ist zu einem grossen Teil Gegenstand völkerrechtlicher Verträge. Neben der grundsätzlichen Anwendbarkeit des LugÜ S 1 begnügen sich mitunter selbst die autonomen Kollisionsnormen – sowohl hinsichtlich des Ehegattenunterhalts (Art. 49 IPRG) als auch i.Z.m. Unterhaltsansprüchen von Kindern (Art. 83 IPRG) – mit einer blossen Verweisung auf das Haager Übereinkommen über das auf Unterhaltspflichten anzuwendende Recht vom 2. Oktober 1973 ( HUÜ S ).2


  1. Aus diesem Grund und infolge des in Art. 65 i.V.m. Anh. VII LugÜ S statuierten Vorrangs des LugÜ S vor bilateralen Abkommen (s. dazu diesen Wegweiser) wird in der nachfolgenden Tabelle nicht auf das AnerkÜ-DE/CH verwiesen. Die im Einzelfall erforderliche Abgrenzung der beiden völkerrechtlichen Verträge wird damit aber nicht entbehrlich. 

  2. Für einen Überblick etwa Romano, Droits et obligations alimentaires entre êtres humains, droits et obligations entre Etats et intérêt de la Suisse à adhérer aux Conventions de La Haye de 2007, SRIEL 2021, 51 ff., 68 ff.